BILDUNG(S)GESTALTEN / Netzwerk HATWATT reagierte auch auf den besonderen Wunsch einer 4. Grundschulklasse in Bochum-Wattenscheid. Anlass war der bevorstehende Übergang zu weiterführenden Schulen und damit verbunden ein letztes gemeinsames Klassenprojekt in Form einer Musik-CD mit selbst geschriebenen und selbst gesungenen Liedern. In der Bewertung der Anfrage zur Ermöglichung einer professionellen Erstellung dieses Produktes in der lokalen Steuerungsgruppe wurden der damit verbundene offensichtliche Service-Charakter (Organisation und Förderung der Tonstudioaufnahme) und die mit dem Prozess verbundenen Lerngelegenheiten für die Schüler_innen, die Förderung von Bindung und Eigenmotivation sowie die Verstärkung der Netzwerkbeziehungen zu Einzelpersonen und dem System Schule gegeneinander abgewogen und im Ergebnis positiv bewertet.
Die Rückmeldung an die jungen Menschen setzt nochmal erhebliche Motivationen frei und spornte sie zu weiteren Bemühungen in der Vorbereitung an, ihrem selbstgesteckten Ziel zu entsprechen. Durch die dabei notwendig gewordene Ortsverlagerung der Produktion nach Gelsenkirchen wurden auch weitere Personen wie die Eltern weit über die notwendige Unterstützung durch Transportdienste auch in die Fach- und Gruppenprozesse einbezogen. Das außerschulische / schulbegleitende Projekt wurde so unerwartet in seiner Raumdimension verbreitert und ermöglichte auch den Erwachsenen zunehmende spannende Aneignungs- und Lerngelegenheiten. Auch hier traten kulturelle oder soziale Differenzierungsaspekte gegenüber der gemeinsamen Zielsetzung in den Hintergrund.
In einem Tonstudio in Gelsenkirchen konnten die Schüler_innen also in Begleitung der Klassenlehrerin und einiger Eltern unter professionellen Bedingungen ihre eigenen Musikstücke aufnehmen und dabei einen Einblick in die Musik- und Videoproduktion erhalten. Die am Ende doch sehr anstrengende Arbeit, die lange geübten Stücke unter professionellen Kriterien auf den Punkt abzuliefern, hinterließ einen ebenso starken Eindruck wie die Erfahrung der Aufwertung des Endproduktes durch die technischen Möglichkeiten. Gerade diese Erfahrung von „Schein und Wirklichkeit“ am eigenen Leibe war aus pädagogischer Sicht auch ausgesprochen sinnvoll für den Zugang zu vielen anderen Themen jugendlicher Entwicklung wie Mode-Klischees, Werbung oder „virtual reality“. Insofern hat das Projekt als Freiraum für Bildung und informelles Lernen junger Menschen die anfänglichen Erwartungen erfüllt.
Zum Abschied und als Erinnerung an ihre gemeinsame Grundschulzeit haben alle beteiligten Schüler_innen und Lehrer_innen diese CD bekommen, die Aktion wurde auf dem Abschlussfest als Netzwerkprojekt lobend erwähnt und die Lieder wurden natürlich der ganzen Schulgemeinde präsentiert.
Kooperationspartner
Eltern, PEV, Gertrudis-Grundschule, gefördert mit Mitteln der Anneliese-Brost-Stiftung
Laufzeit
Tagesprojekt (mit Vor- und Nachlauf)